Angststörung – was tun bei Angststörungen und Panikattacken

Was kann man gegen Angststörung tun? Die Angst zählt zu den urmenschlichen Gefühlen. Mitunter ist dieses Gefühl sogar lebensnotwendig und lebensrettend. Schließlich hilft die Emotion der Angst dem Menschen dabei, Gefahrensituationen zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren. Die Angst mahnt zu erhöhter Vorsicht und Aufmerksamkeit und verschafft uns die nötige Energie, um der Situation entschlossen entgegenzutreten und uns entsprechend zu schützen. Der gesamte Körper wird auf die Gefahrensituation eingestellt. Muskeln werden angespannt, der Herzschlag wird schneller und Stresshormone werden freigesetzt. Solange die Angst einen berechtigten Auslöser hat, ist sie also durchaus nützlich. Wenn die Angstzustände jedoch pathologisch werden, dann müssen entsprechende Maßnahmen gegen die Angst ergriffen werden.

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Was ist eine Angststörung?

Wer unter einer Angststörung leidet, ist im Alltag derartig in seiner Angst gefangen, dass viele Dinge nicht mehr bewältigt werden können. Eine solche Angst wird dann als krankhaft bezeichnet, wenn sie sich mit der Zeit steigert oder der Betroffene seine Angst nicht mehr alleine überwinden kann.

Meist ziehen sich Personen mit einer Angststörung vom öffentlichen und sozialen Leben mehr und mehr zurück, je länger die Erkrankung andauert. Personen, Orte und Dinge werden zunehmend gemieden und der Kontakt zu anderen Menschen verkümmert.

Unter so heftigen Angstschüben leiden zirka 20 % der deutschen Bevölkerung. Leider können sich nicht alle Betroffenen dazu durchringen, sich in Behandlung zu begeben. Übrigens sind Frauen sehr viel anfälliger für eine Angststörung als Männer.

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Wie entsteht eine Angststörung?

Bei der Entstehung einer Angststörung können viele Faktoren, die meist in einer Kombination auftreten, eine Rolle spielen. Bei einigen Betroffenen kann eine Vulnerabilität, welche eine genetische Veranlagung, bei der leichter auf bestimmte Reize reagiert wird, darstellt. Wenn zu dieser Veranlagung noch ein ausgeprägter Stress hinzukommt, kann eine Angststörung ausgelöst werden.

Negative Geschehnisse im Leben wie ein plötzlicher Jobverlust oder der Tod eines nahestehenden Menschen sind häufige Auslöser von Angststörungen. Grundsätzlich haben Ängste immer einen natürlichen Hintergrund. Entsprechend gehen alle spezifischen Phobien und Angststörungen auf die Urängste der Menschen, die in der Menschheitsgeschichte eine überlebenswichtige Rolle spielten, zurück.

Die Angst sorgt in Gefahrensituationen für die Vorbereitung des Körpers auf Flucht oder Kampf. Das Herz beginnt zu Rasen, die Muskeln werden besser durchblutet und durch die beschleunigte Atmung wird der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht.

Dieser Kampf-Flucht-Reflex wird bei einer Angsterkrankung grundlos ausgelöst. 

Welche Angststörungen gibt es?

Anststörungen lassen sich in sechs Kategorien unterteilen:

  • generalisierte Angststörung
  • Soziophobie bzw. soziale Phobie
  • spezifische Phobien
  • Zwangsstörungen
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Panikstörung

Betroffene, die unter einer generalisierten Angststörung leiden, ängstigen sich vor vielen verschiedenen Dinge und das über einen längeren Zeitraum und an fast allen Tagen.

Bei einer Soziophobie, die einen soziale Angststörung darstellt, haben die Betroffenen große Angst vor Bloßstellung, Kritik oder Erniedrigung. Bei ganz alltäglichen Situationen in der Öffentlichkeit ängstigen sich diese Personen davor, sich nicht durchsetzen zu können oder zu blamieren.

Bei spezifischen Phobien handelt es sich um Ängste, die sich auf eine bestimmte Situation, einen bestimmten Ort wie bei der Agoraphobie (Platzangst), ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Tierart beziehen. So können die Betroffenen Angst vor Spritzen, vor Spinnen oder dem Reisen im Flugzeug haben.

Wenn Erlebnisse aus der persönlichen Vergangenheit sich Bahn brechen und Ängste verursachen, dann handelt es sich um eine Zwangsstörung. In der Regel erkennen die betroffenen Personen selbst, dass die ängstlichen Gedanken völlig sinnlos sind und wollen die Ängste überwinden, indem durch ständige Wiederholungen einer Abwehrmaßnahme wie Händewaschen durchgeführt werden.

Menschen, die durch ein sehr belastendes, traumatisches Ereignis wie Unfall, Krieg oder Überfall geprägt wurden, reagieren nicht nur in den ersten Wochen nach dem Erlebnis, sondern langandauernd, mit sehr intensiven Gefühlsveränderungen darauf.

Symptomatisch für eine posttraumatische Belastungsstörung sind beunruhigende Träume, Entspannungsschwierigkeiten, Rückblendung des Ereignisses und die Vermeidung aller Dinge, die mit dem Erlebten in Verbindung stehen.

Panikstörungen bzw. Panikattacken gehen mit erdrückenden, intensiven und häufig unkontrollierbaren Angstgefühlen, die von verschiedenen körperlichen Symptomen begleitet werden, einher. Während einer Panikattacke können Schmerzen in der Brust, Atemnot, Schweißausbrüche und Schwindelgefühle auftreten.

In diesem Fall sollte schnellstens eine Therapie eingeleitet werden.

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Wie behandelt man Angststörungen?

Patienten, die unter einer Angststörung leiden, kommen häufig erst nach Jahren zum Arzt. Allerdings sind die Aussichten auf Besserung natürlich umso besser, je früher mit einer Behandlung begonnen werden kann.

Nachweise über eine wirksame Hilfe liegen für medikamentöse Therapien, kognitive Verhaltenstherapien und einer Kombination von beiden vor. Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine wirksame Behandlungsmethode, da der Patient seine Denkabläufe, die seiner Angst zugrunde liegen, verstehen lernt.

In Begleitung durch einen Therapeuten wird der Patient einer Reizüberflutung ausgesetzt. Die Angst wird zunächst sehr ausgeprägt empfunden, lässt dann aber von selbst wieder nach. Neben der Konfrontationstherapie stehen für die Behandlung einer Angststörung auch verschiedene Medikamente wie Antidepressiva, Antieepileptika, Benzodiazepine oder Serotonin-Hemmer zur Wahl.

Eine medikamentöse Therapie muss von einem Facharzt überwacht werden und sollte nach dem Eintritt einer Besserung noch zirka 6 bis 12 Monate weitergeführt werden. 

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Woran erkennt man eine Angststörung?

Eine Angststörung zeigt sich in verschiedenen Ebenen. Da ist zum einen die körperliche Ebene mit Anzeichen wie Herzklopfen, zittern, schwitzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, genereller Anspannung und Konzentrationsproblemen. Zum anderen ist da die kognitive Ebene mit beängstigenden Gedanken.

Personen mit einer Angststörung ziehen sich häufig zurück oder werden aggressiv. All dies kann ein Zeichen für eine krankhafte Angst sein. 

Was ist eine generalisierte Angststörung?

Wenn wochenlang andauernde Sorgen und Befürchtungen mit innerer Unruhe, Verkrampfungen, Schlafstörungen und der Unfähigkeit der Entspannung einhergehend vorliegen, so kann eine generalisierte Angststörung vorliegen.

Meist zeigen sich vielfältige körperliche Beschwerden wie Herzrasen, Magenbeschwerden, Schwindel, Übelkeit und Schwitzen, für die keine körperlichen Erkrankungen verantwortlich sind. 

Was tun bei Angststörungen und Panikattacken?

Die besten Chancen für eine Verbesserung der Angststörung haben Betroffene, die möglichst frühzeitig in psychotherapeutische Behandlung kommen. Für die Zwischenzeit sollte sich jeder Betroffene einige Ratschläge für die Soforthilfe bei Angstattacken verinnerlichen.

Mit der richtigen Atemtechnik lässt sich während einer Attacke die Atmung regulieren. Das Trinken von kaltem Wasser ist ein effektiver Trick, um den Körper abzulenken. Wenn eine Angstattacke im Anflug ist, so sollte der Betroffene versuchen, sich zu entspannen.

Yoga oder Meditation helfen dabei eine entsprechende Technik zu erlernen. Ansonsten hilft es zu den eigenen Angstattacken zu stehen. Schließlich wird die Attacke innerhalb kurzer Zeit wieder vorüber sein.

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