Agoraphobie – Was ist Agoraphobie mit Panikstörung?

Agoraphobie ist eine Form einer Angststörung, die beträchtliche Einschränkungen für die Betroffenen mit sich bringen kann. Viele Menschen sind sogar soweit eingeschränkt, dass sie ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Was können Betroffene tun, um ihre Lebensqualität zurückzuerhalten und ein normales Leben ohne Einschränkungen führen können? Woher kommt Agoraphobie? Wie behandelt man Agoraphobie? Diese und viele andere Fragen stellst du dir vielleicht. Sind Angehörige betroffen oder vielleicht Du selbst? Es gibt Wege und Erklärungen, die Dir helfen, mit diesem Thema umzugehen und die Ängste zu überwinden.

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Was ist Agoraphobie?

Agoraphobie kann mit oder ohne Panikattacken auftreten. Bestimmte Situationen oder Orte lösen diese Angst aus. Die können weite Plätze oder auch Menschenmengen sein.

Die Betroffenen vermeiden diese Situationen und diese Orte, da sie Angst auslösen. Das kann soweit gehen, dass sie die Wohnung nicht mehr verlassen. Es besteht die Angst, im Falle einer Panikattacke oder eines bedrohlichen Körpergefühls nicht schnell genug flüchten zu können.

Um diese Angst zu vermeiden, setzen sich die Betroffenen diesen Situationen nicht mehr aus. Dies schränkt die Lebensqualität in hohem Maße ein.

Was ist Agoraphobie mit Panikstörung?

Die Agoraphobie mit einer Panikstörung kombiniert, führt in manchen Fällen dazu, dass das Leben an der Wohnungstüre endet. Das Verlassen der Wohnung löst massive Angstzustände aus.

Panik tritt meist aus heiterem Himmel auf. Die Betroffenen verspüren körperliche Symptome, wie …

  • Brustschmerzen
  • Schwindel
  • Zittern
  • Übelkeit
  • Luftnot
  • Hitzewallungen oder Schwitzen

 

Häufig suchen sie dann einen Arzt auf, der jedoch keine physischen Ursachen findet. Hier entsteht ein Teufelskreis. Die normalen Körperempfindungen wie zum Beispiel der Herzschlag werden deutlich intensiver wahrgenommen.

Die Angst vor einer weiteren Attacke führt zu einem noch genaueren Beobachten des eigenen Körpers. Es entsteht die Angst vor der Angst.

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Symptome der Agoraphobie

Menschen, die unter dieser Störung leiden, haben Angst vor Reisen oder bestimmten Orten. Diese Angst ist grundlos und unrealistisch stark. Durch Erklärungen oder rationale Argumente kann die Angst nicht beseitigt werden.

Kommen Panikattacken dazu, so entsteht ein noch größeres Vermeidungsverhalten, da die Angst vor der Panikattacke hinzukommt.

Die Diagnose Agoraphobie erfolgt, wenn zwei der folgenden Auslöser vorhanden sind. Es besteht Angst vor Menschenmengen, vor öffentlichen Plätzen, vor Reisen ohne Begleitung und vor Reisen mit einer weiten Entfernung von zu Hause.

Wie entsteht Agoraphobie?

Woher kommt Agoraphobie? Auslöser für eine Agoraphobie sind mehrere Faktoren. Die Veranlagung zu dieser Störung ist genetisch vererbbar. Das bedeutet, wenn es in der Familie eine Agoraphobie gab, ist das Risiko unter dieser Störung zu leiden erhöht.

Bestimmte Verhaltensweisen, Annahmen oder Denkweisen können zu einer Agoraphobie führen. Ein schwerer Schicksalsschlag kann dazu führen, dass Menschen eine Agoraphobie entwickeln. Es kann sich hierbei um den Tod eines nahestehenden Menschen, eine Trennung oder einen anderen Schicksalsschlag handeln.

Auch Ereignisse, die zwar positiv aber dennoch anstrengend sind, können diese Erkrankung auslösen. Anhaltende Überlastung bei der Arbeit oder andauernde Belastung bei der Pflege eines Angehörigen können eine Angststörung zur Folge haben.

Krankheit, Tod, Alkoholmissbrauch innerhalb der Familie oder andere schwerwiegende Ereignisse in der Kindheit sind ebenfalls in manchen Fällen der Auslöser.

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Wie behandelt man Agoraphobie?

Es gibt unterschiedliche Therapieansätze zur Behandlung. Als wenig wirksam hat sich bei dieser Erkrankung die Gesprächstherapie gezeigt.

Wenig Forschungsergebnisse und Studien liegen zu den psychodynamischen Therapien vor. In einigen Fällen kann auch eine medikamentöse Therapie helfen. Der Arzt verschreibt in dem Fall Beruhigungsmittel oder andere Medikamente. Allerdings sollte die medikamentöse Therapie nur für kurze Zeit erfolgen.

Die Angst, die der Agoraphobie zugrunde liegt, wird hierdurch nicht bekämpft. Sie ist nach dem Absetzen der Medikamente wieder vorhanden. Daher sollte unbedingt eine Psychotherapie erfolgen, um die Agoraphobie endgültig loszuwerden.

Sehr erfolgreich arbeiten Therapeuten mit der Verhaltenstherapie. Bei dieser Therapieform begeben sich der Therapeut und der Betroffene an den Ort, der die Angst auslöst. Der Betroffene stellt sich der Angst oder den Ängsten. Der Therapeut unterstützt den Betroffenen die Situation aufzusuchen und in der Situation zu bleiben.

Nach Möglichkeit soll der betroffene Mensch keine Vermeidungsstrategien einsetzen. Er erlebt die Ängste in voller Stärke und lernt mithilfe des Therapeuten, dass die Angst unbegründet ist. Innerhalb der Verhaltenstherapie gibt es zwei unterschiedliche Verfahren, die systemische Desensibilisierung und das Flooding.

Ängste überwinden – die systematische Desensibilisierung

Diese Therapie wird häufig eingesetzt. Die Konfrontation mit der angstauslösenden Situation, dem Ort oder dem Thema erfolgt schrittweise. Das bedeutet, der Patient fängt mit einfachen Dingen an und die Konfrontation wird nach und nach gesteigert. So kann die Therapie mit der Vorstellung der angstauslösenden Situation beginnen und später begibt sich der Patient mit dem Therapeuten in die Situation.

Das Flooding

Bei dieser Therapie setzt sich der Betroffene der Angst sofort in vollem Umfang aus. Er wird beim Aufsuchen und in der Situation vom Therapeuten begleitet und unterstützt.

Wie wird Agoraphobie und Panikstörungen behandelt?

Grundsätzlich erfolgt die Behandlung bei Vorliegen einer Agoraphobie mit einer Panikstörung auf die gleiche Art und Weise. Bei Panikstörungen kann die Verordnung von Medikamenten zu Beginn helfen, um den Kreislauf der Angst vor der Angst zu unterbrechen.

Allerdings sollte immer auch eine Psychotherapie erfolgen. Nur so lernt der Betroffene, dass die Angst unbegründet und unrealistisch ist. Nachdem dies gelernt wurde, können sich die Betroffenen in den angstauslösenden Situationen wieder normal bewegen.

Was kannst du tun, wenn du unter Agoraphobie leidest?

“Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen.” Dieses Zitat von Ingmar Bergmann beschreibt die Situation von Menschen, die unter Agoraphobie leiden sehr gut.

Durch die Angst vor Situationen und Orten setzen die Betroffenen sich meist eng gesteckte Grenzen.

Was tun gegen Agoraphobie?

Wenn Du an einer Agoraphobie leidest, solltest du unbedingt professionelle Hilfe suchen. Die Störung lässt sich kaum alleine bekämpfen und verschwindet auch nicht wieder von alleine.

Glenn Turner hat dies mit einem Zitat ebenfalls eindrucksvoll beschrieben “Sich Sorgen zu machen ist wie im Schaukelstuhl zu sitzen. Es beschäftigt einen, bringt einen aber nirgendwo hin”. Lass Dir helfen wieder frei und ohne Sorgen und Ängste leben zu können. Lass nicht zu, dass die Agoraphobie dein Leben und deine Lebensqualität einschränkt.

Was kann man gegen Agoraphobie tun?

Grundsätzlich sollten sich Betroffene mit Unterstützung der Angst stellen und lernen, dass diese unbegründet und irrational ist.

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